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Mit Willi Haupt unterwegs: Jaroměř (Josefstadt)

 

Titel - Foto: Willi Haupt, Berlin

150 Jahre Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn
(SNDVB)

150 let Jiho-severonemecké spojovací dráhy

Die k.k. priv. Süd-Norddeutsche Verbindungsbahn (SNDVB) war eine private Eisenbahngesellschaft in Österreich, deren Strecken nach dem Untergang der österreichischen Monarchie ab 1918 in der Tschechoslowakei lagen und heute zu Tschechien gehören. Die wichtigste Strecke war die Verbindung Pardubitz–Reichenberg–Seidenberg, welche jedoch damals durch ihre schwierige Topografie niemals die ihr zugedachte Bedeutung als europäische Magistrale zwischen Wien und Berlin erlangen konnte.
Die Strecke von Pardubitz nach Josefstadt konnte am 4. November 1857 eröffnet werden. Der Zweck der Bahn war unter Umgehung Sachsens der Anschluss an das deutsche, respektive preußische Eisenbahnnetz, um die kürzeste Linie Berlin - Wien zu realisieren.
Und so fand in Jaroměř (Josefstadt) vom 01.-03.05.2009 das Jubiläumsfest anlässlich des 150jährigen Bestehens der ehemaligen SNDVB bzw. der (Gesamt-) Strecke Pardubitz – Reichenberg statt.
Erwähnenswert sei hier noch, dass am 01.12.1859 die Strecke von Reichenberg nach Zittau in Sachsen eröffnet wurde. Die eigentlich und vordergründig geplante Verbindung nach Preußen, also über Seidenberg (Zawiedów/Polen) nach Berlin, wurde jedoch erst am 1. Juli 1874 eröffnet.
Tempora mutantur. Nur von Liberec (Reichenberg) nach Zittau kann man heute noch fahren. Diese Strecke wird von mehreren Gesellschaften bedient. Und wer gern am Wochenende ins Gebirge nach Tanvald (Tannwald) möchte, kann heutzutage von Dresden Hbf aus durchfahren und abends auch wieder zurück.

Weiterführende Literatur für Eisenbahnfreunde:

Besonders letzteres Werk ist für den an der österreichischen Eisenbahngeschichte interessierten Leser eine in Bildern dargestellte unschätzbare Fundgrube.

Im Internet Železniční muzeum Výtopna Jaroměř

Am besten ist natürlich, selbst mal hinfahren! (was der Verfasser aus langjähriger Erfahrung nur bestätigen kann…)

Willi Haupt, Berlin

414.404 - Foto: Willi Haupt, Berlin

Vor dem Lokschuppen steht 414.404, eine im Jahre 1894 von der Lokomotivfabrik der StEG gebaute Dh2. Ausgemustert im Jahr 1968.

 
310.006 - Foto: Willi Haupt, Berlin

Im Schuppen steht u.a. 310.006, eine Cn2t aus dem Jahr 1898. Sicher kann sich mancher von Ihnen daran erinnern, dass wir am 22.05.2004 eine Sonderfahrt mit der 310.072 gemacht haben, nämlich von Cheb (Eger) nach Bezdružice (Weseritz).

 
T 334 - Foto: Willi Haupt, Berlin

Ein Oldtimer unter den Dieselloks – die T 334.

 
Überblick - Foto: Willi Haupt, Berlin

Neben den alten Exponaten gab es auch moderne Fahrzeuge zu sehen, so z.B. 711 008-3, 730 501-4 und auch eine Lok der BR 106 der DR.

 
434.2186 - Foto: Willi Haupt, Berlin

Außerhalb des Museums wurde es im Laufe des Tages allerdings interessanter. Mehrere Sonderzüge passierten den Bahnhof Jaroměř (Josefstadt).
Etwas verspätet fuhr 434.2186 mit ihrem Sonderzug gegen 11:00 Uhr nach Malé Svatoňovice (Klein Schwadowitz).
Die Strecke vom damaligen Josefstadt nach Klein Schwadowitz wurde am 1. Mai 1859 eröffnet, hauptsächlich zur Abfuhr der Steinkohle aus diesem Revier. Erst im Jahre 1991 wurde der Abbau wegen Unrentabilität eingestellt.

 
52 8080-5 - Foto: Willi Haupt, Berlin

Um 11:20 Uhr trifft aus Deutschland der Sonderzug mit der Löbauer 52 8080-5 ein. Der Zug war restlos ausverkauft. Das Reservoir an in Jaroměř abgestellten alten Wagen ist beachtlich und reicht über mehrere Epochen.

 
310.0134 - Foto: Willi Haupt, Berlin

310.0134 beim Umsetzen.

 
310.0134 - Foto: Willi Haupt, Berlin

Auch etwas verspätet, verlässt 310.0134 nach dem Umsetzen gegen 13:00 Uhr wieder den Bahnhof Jaroměř.

 
M 131 - Foto: Willi Haupt, Berlin

Auch die Triebwagen kamen nicht zu kurz – hier ein Sonderzug mit den Triebwagen M 131.1081 und M 131.1280. Der Bildautor hatte in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts noch selbst Gelegenheit, mit diesen Triebwagen zu fahren.

 
464.202 - Foto: Willi Haupt, Berlin

Der Kenner wird jetzt sagen, das ist doch nicht in Jaroměř.! Richtig, hier sieht man 464.202 morgens um 7:40 Uhr in Liberec (Reichenberg). Dort wurde mithilfe der Feuerwehr Wasser genommen, Abfahrt war 8:55 Uhr.

 
464.202 - Foto: Willi Haupt, Berlin

…und um 13:20 Uhr, also fast planmäßig, lief der Sonderzug mit 464.202 in Jaroměř ein.

In den Bildern kam hier "nur" der Traditionsbetrieb "zum Zuge". Aber auch der normale Bahnbetrieb im Bahnhof Jaroměř war interessant, angefangen von den unvermeidlichen Triebwagen der Reihe 810 (Brotbüchse) über 843er und 954er sowie auch E-Loks der BR 163.
Fazit: Einfach mal hinfahren und anschauen. Jeder Besucher bringt den Eisenbahnfreunden einen Betrag zur Erhaltung und Restaurierung der Fahrzeuge. Der Eintrittspreis ist im Vergleich zu Deutschland sehr gering.

 

Letzte Überarbeitung 10.05.2009
Texte und Bilder: Willi Haupt, Berlin
© Volker Seidel, MEC 01 Münchberg e.V.


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