Modelleisenbahnclub 01
Münchberger
Eisenbahnfreunde e.V.

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"Schmalspurig durchs Reichsbahnland"

 

Die Story!

Schmalspurig durchs Reichsbahnland - Der Plan - Foto: Volker Seidel, MünchbergUnsere Schmalspurbahn könnte in der Prignitz1 aber auch anderswo in der Deutschen Demokratischen Republik zuhause sein. Sie "spielt" Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts irgendwo im Norden der DDR. Die Stadt Havelburg, in deren Umgebung unsere Anlage angesiedelt ist, ist fiktiv. Nach unseren Vorstellungen liegt sie am südlichen Rand einer Seenplatte. Havelburg, der Ausgangspunkt unserer Schmalspurbahn liegt an einer bedeutenden Hauptstrecke in Richtung Ostsee/Skandinavien. Havelburg Hbf ist ein richtiger kleiner Verkehrsknoten, nicht nur, dass hier eine Nebenstrecke abzweigt, auch die in 750 mm Spurweite ausgeführte Bahn nach Lindenburg hat am Hbf ihren Ausgangspunkt. Bereits Ende des vorletzten Jahrhunderts gebaut, wird die Bahn auch noch im Jahr 1967 von der Deutschen Reichsbahn betrieben und voll unterhalten. Unsere Strecke verläuft über Havelburg Vorstadt, Havelburg West (hier zweigt die Stichstrecke nach Klöwen ab) fast genau nach Westen. Nachdem der Große See (Seebahnhof) passiert wurde, wird in einer Schleife nach Norden abgedreht und der Endbahnhof Lindenburg (kleines Bw) erreicht.
Wir können mit "Schmalspurig durchs Reichsbahnland" nur einen kleinen Ausschnitt aus dem letzten Jahrhundert wieder auferstehen lassen; einer Zeit als es im Osten Deutschlands noch Schmalspurbahnen gab, die für die Menschen und die Betriebe einer Region unverzichtbar waren. Wir wollen aber auch an die damalige Zeit erinnern, als es noch zwei deutsche Staaten gab, mit der gegensätzlichen Wahrnehmung ihrer politischen Landschaft 2.
Gehen Sie mit uns auf eine Reise in eine andere Epoche. Erleben Sie noch einmal Schmalspurromantik pur. Begleiten Sie uns nach Havelburg Vorstadt! Schauen Sie mit uns beim Bäcker vorbei, ob das frische Bäckerbrot schon fertig ist. Beobachten Sie die Störche, die auf Futtersuche sind. Haben Sie schon die jungen Hasen im Stall direkt neben der Bahnlinie entdeckt oder dem Zeitungsleser am Bahnhof Havelburg Vorstadt über die Schulter geschaut? Hat der VEB Gartenzwerg "Walter Ulbricht" schon neue Güterwagen erhalten? Gibt es etwas Neues bei der PGH Funk und Technik? Lagern auch die richtigen Trabi-Ersatzteile in der Garage? Werden die Zäune bei Meister Kratzer heute noch fertig werden? Wird Familie Krause alles für die Reise ins FDGB-Ferienheim in ihren Trabi kriegen? Kommt der Dampfzug pünktlich oder nimmt man lieber den Bus?

1 Viele Informationen zum Motivgeber "Prignitzer Kleinbahnnetz" finden sie im Verlag Ludger Kenning: Kleinbahnreise durch die Prignitz (368 Seiten 25/21 cm gebunden, 121 Farb- und 445 SW-Fotos, 39 Tabellen, 81 Skizzen, ISBN 978-3-933613-60-8).
2 Bitte beachten sie hierzu die Dokumentationen des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS: Damals im Osten und DDR Lexikon

 

Schmalspurig durchs Reichsbahnland (Aktueller Zustand: Bitte anklicken!) - Eine Ausstellungsanlage des MEC 01, gebaut von Dieter West und Volker Seidel - Foto: Volker Seidel, Münchberg
Schmalspurig durchs Reichsbahnland - Havelburg Vorstadt - Foto: Volker Seidel, MünchbergSchmalspurig durchs Reichsbahnland - Foto: Volker Seidel, Münchberg
Schmalspurig durchs Reichsbahnland - Eine Landschaft in der Prignitz (Aktueller Zustand 6. April 2015) - Eine Ausstellungsanlage des MEC 01, gebaut von Dieter West und Volker Seidel - Foto: Volker Seidel, MEC 01 Münchberg

Am Anfang stand eine digitale H0e-Anfangspackung von Roco. Aus "Altbeständen" fand sich noch ein Bemo Schweineschnäuzchen. Jetzt musste nur noch ein passendes Motiv gefunden werden: Schmalspurig durchs Reichsbahnland war geboren.
Das Gartenzwergkombinat "Walter Ulbricht" erhält einen neuen leeren Wagen. Jetzt steht der Planübererfüllung nichts mehr im Wege!
Die 99 4052 ist mit einem P-Zug unterwegs. Alle Lokomotiven sind mit Sounddecoder ausgestattet.
(Lightboxen: Bitte Bilder anklicken!)

 

Schon immer beschäftigen sich die Münchberger Eisenbahnfreunde mit ungewöhnlichen Modellbahnen: So entstanden im Laufe der Zeit Anlagen auf Bierdeckeln, in Fernsehgehäusen, nach Vorbildern (z.B. die Höllentalbahn) oder unsere wohl einmalige Vereinsanlage, die vom Führerstand der V 200 027 aus gefahren wird.

Eine digitale Modellbahn entsteht:
Am Anfang stand eine digitale H0e-Anfangspackung von Roco. Aus "Altbeständen" fand sich noch ein Bemo Schweineschnäuzchen. Eine weitere Roco H0e-Neuheit, die 99 4652, gesellte sich hinzu. Jetzt musste nur noch ein passendes Motiv gefunden werden. Da es sich bei den Fahrzeugen um Modelle nach Vorbildern bei der Deutschen Reichsbahn handelt, war das Anlagenthema schnell gefunden:

"Schmalspurig durchs Reichsbahnland"

Schmalspurig durchs Reichsbahnland - Der Plan - Foto: Volker Seidel, Münchberg Die H0e-Anlage ist ca. 2,4 m lang und rund 0,65 m tief. Sie "spielt" Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts irgendwo im Norden der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Die Anlage führt einen automatischen "4-Zug-Betrieb" mit Abstellen und Ankuppeln von Güterwagen vor. Sie ist als Ausstellungsanlage für die Münchberger Eisenbahnfreunde konzipiert und wurde von Dieter West (Modellbau) und Volker Seidel (Computertechnik etc.) gebaut. Grundgedanke der Anlage ist: Sich mit der Computertechnik und dem Thema Digital zu befassen um "technisch mithalten zu können". Die beiden "Erbauer" sind gebürtige Oberfranken und aufgrund ihres Alters (Jahrgang 1959 und 1965) kennen sie die Situation in der DDR um 1967 nur von Bildern. Nach Recherchen in der einschlägigen Fachliteratur, bei Zeitzeugen und im Internet kann in der Zwischenzeit ein kleiner Ausschnitt aus der Wirklichkeit am Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts gezeigt werden.Schmalspurig durchs Reichsbahnland - Ein wenig Technik - Foto: Volker Seidel, Münchberg

Von Anfang 2007 bis Mitte 20083 wurde an der H0e-Ausstellungsanlage gebaut. Unser 1. Bild zeigt die Vorplanung mittels Papier und Bleistift direkt im Maßstab 1:87, das 2. Bild den Baufortschritt. Die Anlage wird mit Rocomotion 5.9 im Automatikbetrieb gefahren (u.a. Rangierbetrieb mit automatischem Abstellen und Ankuppeln von Wagen). Rocomotion basiert auf Railroad & Co. TrainController™ der Fa. Freiwald Software und dem Interface 10785 der Firma Roco. Für Rocomotion sprach vor allem der günstige Preis und die volle Kompatibilität zum Roco Digitalverstärker 10764 (Neu: multiZENTRALEPRO 10786). Die ursprüngliche Planung sah einen Betrieb mit der Roco LokMAUS 2 vor. Nach Erscheinen der multiMAUS wurde diese für den Betrieb der Anlage vorgesehen. Bei der Inbetriebnahme von Rocomotion kam es in Verbindung mit der "alten" multiMAUS (Version 1.00) zu Betriebsstörungen. Hier konnten wir, Dank der schnellen Hilfe des Forums von Railroad & Co. und der Firmware Update-Seite von Roco, den Fehler durch eine neue Version der multiMAUS-Software beheben. Um eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen multiMAUS und Rocomotion zu gewährleisten müssen ältere Versionen der multiMAUS auf die Version 1.02 upgedatet werden. Dies ist mit der Software von Roco und dem Interface 10785 kein Problem. Zwischenzeitlich wird die Roco multiMAUS in der Version 1.02 ausgeliefert. Ein weiteres update (auf die Version 1.04) ist nicht erforderlich! Ende 2107 beschlossen die Erbauer, die ursprüngliche Anlage grundlegend zu modernisieren. Der Umbau dauert im Jahr 2018 noch an. Im folgenden Text sind die Neuerungen - soweit schon ausgführt, bereits berücksichtigt. Weiter unten wird über den Fortgang der Modernisierungsarbeiten und den Einbau der neuen Dampfmaschine in den VEB Gartenzwerg "Walter Ulbricht" berichtet.

Eingebaut sind 5 Roco Rückmeldemodule 10787 mit insg. 40 Rückmeldern - davon wurden 26 Anschlüsse mit Schutzgasrohrkontakten (SRK oder auch Reed-Kontakte genannt) belegt. Diese steuern die Roco Rückmeldemodule direkt und sind in Rocomotion als Kontaktmelder ausgewiesen (nur die Triebfahrzeuge sind mit Magneten ausgerüstet). 14 Anschlüsse sind als Gleisbesetztmelder vorgesehen. Da Rocomotion nur Kontaktmelder verarbeiten kann, wurden als Umsetzer Littfinski DatenTechnik Gleisbelegtmelder GMB-8 eingebaut. Schmalspurig durchs Reichsbahnland - Der Bau beginnt - Foto: Volker Seidel, MünchbergDiese werden in Rocomotion jetzt als Gleisbesetztanzeige verwendet. Bild 3 zeigt die Situation an der Rückwand (Hintergrund) mit den Rückmeldern, den Gleisbelegtmeldern, den Relais, dem Interface und dem Verstärker. Im Gleis- oder Blockplan von Rocomotion wurde der tatsächliche Gleisverlauf eingegeben. Es sind 14 Traffic-Boxen angelegt worden. Alle Blöcke heißen Traffic-Boxen. In den Traffic-Boxen können Melder angelegt und Züge zugewiesen werden. Schmalspurig durchs Reichsbahnland - Der Plan - Foto: Volker Seidel, MünchbergEs können Brems- und/oder Haltemelder, sowie Besetztmelder angelegt werde. Zum Einsatz kommt ein PC mit Pentium III, 797 MHz, 256 MB RAM, XP Home 2002 - SP3. Die multiMAUS kommt im Roco-Verstärker als Master, das Interface 10785 als Slave zum Einsatz. Insgesamt gibt es acht Weichen. Fünf davon im Schattenbahnhof mit motorischen Antrieben, geschaltet von einem DCC Weichendecoder-Achtfach Roco 10775. Die Motorantriebe erhalten dabei ihre Energie über vorgeschaltete Relais. Die im sichtbaren Bereich verbauten drei Roco-Weichen werden mit Uhlenbrock Digital-Servos 81310, die von einem Uhlenbrock Servodecoder 67810 angesteuert werden, geschaltet4. Bild 4 zeigt einen Screenshot der Benutzeroberfläche von Rocomotion. Die rosa hinterlegten Traffic-Boxen sind besetzt. Im unteren Teil ist der virtuelle Fahrdienstleiter zu erkennen.

Als Fahrzeuge kommen zum Einsatz: Wismarer von Bemo (aus "Altbeständen", daher erhielt er ein neues Fahrwerk mit Pendelachsen und 2017 wurde der ursprünglich eingebaute Digitaldecoder Roco 10745 gegen einen ESU LokSound micro V4.0 getauscht - der Sound wird über das Dach abgestrahlt!), zwei Dampfloks HF 110 C von Roco (beide als 99 4652 - eingesetzt im Gegenlauf um eine zurückkehrende Lok zu simulieren!), die mit LokSound micro V3.5 (bzw. die aufgrund des hohen Verschleißes erforderlichen zwei Nachkauflokomotiven mit LokSound micro V4.0) von ESU ausgerüstet sind, die Dampflok 99 4616 aus der H0e-Anfangspackung und verschiedene Personen- und Güterwagen von Roco, Liliput und aus tschechischer Kleinserie. Da in die 99 4616 der ESU LokSound micro V3.5 nicht unterzubringen ist, vor allem am Platz für den Lautsprecher mangelt es, wurde kurzerhand ein Packwagen zum "Soundwagen" umfunktioniert. Jetzt befinden sich dort der Decoder und der Lautsprecher, gleichzeitig wurde die Stromabnahmebasis der Lok verlängert und verbessert. Die Köf 6003, eine HF 130 C5 (ebenfalls aus "Altbeständen", Neubau auf Basis Merker+Fischer Bausatz) hat den Reservelokbestand erhöht. Auch sie führt einen "Lautsprecherwagen" mit, in dem ebenfalls ein ESU LokSound für die richtige Sound-Kulisse sorgt. Die Prignitzer 99 1401 und die 99 4052 von Modellbau Veit (jeweils mit ESU LokSound V4.0 Decoder) runden den Einsatzbestand ab und haben zwischenzeitlich mit Wagen von pmt und Schlosser, sowie einer neuen HF 110 C von Roco die Hauptlast des Betriebs übernommen. Der Umbauvorschlag für die H0e HF 110 C von Roco stammt aus der Zeitschrift der Modelleisenbahner. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion gibt es hier den Umbauvorschlag als .pdf-Datei (824 kB) zum Herunterladen. Um die Fahreigenschaften der mit Schlepptender ausgerüsteten HF 110 C von Roco noch weiter zu verbessern, hat unser "Feinmechaniker" Dieter West beide Lokomotiven mit einer zusätzlichen Stromabnahme im Tender ausgerüstet.

"Schmalspurig durchs Reichsbahnland" ist mit Hintergrundsound ausgerüstet. In einer mp3-Datei sind verschiedene Geräuschdateien zusammengeführt und gespeichert die in einer Endlosschleife abgespielt werden. Über Aktivboxen (aus dem Computerzubehörhandel) kommen die Geräusche so richtig zur Geltung. Zum Mischen/Speichern wurde die Freeware Audacity verwendet. Die Anlage ist mit einem Beleuchtungskasten versehen. Darin sind die Beleuchtung und die Lautsprecher integriert. Die Blenden des Beleuchtungskastens gewährleisten den Abschluss der Anlage nach oben.

Rocomotion, Weichendecoder, multiMAUS und Lokomotiven erhalten Sie bei Ihrem Fachhändler. Informationen zu den genannten Roco-Produkten erhalten Sie direkt bei der Modelleisenbahn GmbH. Rocomotion beruht auf dem bewährten Steuerprogramm Railroad & Co. TrainController™ der Fa. Freiwald Software. Bei Fragen zum Einsatz des Softwareproduktes informieren Sie sich bitte direkt bei Railroad & Co.. Informationen zum 8-fach Gleisbelegtmelder und zu weiteren Produkten von Littfinski DatenTechnik finden Sie im www.ldt-infocenter.com.

3 Eine Modellbahn wird nie fertig! Auch bei uns werden die Fahrzeuge ständig verbessert und durch neue Modelle aus dem Zubehöhrhandel ersetzt. Ebenso wird an der Detaillierung ständig weitergearbeit.

4 Der Wert der Weichenadresse muss um die Zahl 4 verrringert werden, damit Roco auf den Uhlenbrock Servodecoder zugreifen kann! Die Weichenadresse 17 kann von Roco mit der Adresse 21 geschaltet werden!

5 Eine HF 130 C ist eine Heeresfeldbahnlokomotiven des Typs KML 3 mit 130 PS Leistung und drei gekuppelten (angetriebenen) Achsen (Achsfolge C). Der Antrieb erfolgte über einen sechszylinder Dieselmotor, Voith-Turbogetriebe L22 bzw. Trilok-Getriebe von Klein, Schanzlin und Becker (KSB) Frankenthal, Blindwelle und Stangen. Bei der HF 130 C handelt es sich um eine Diesellokomotive, die HF 110 C ist eine Dampflokomotive (Halbtenderlok - dauerhaft mit Schlepptender gekuppelt) mit 110 PS Leistung und ebenfalls drei gekuppelten (angetriebenen) Achsen. Insgesamt gab es 10 verschiedene Bautypen aus der Gruppe der Heeresfeldbahnlokomotiven. Eine Unterscheidung in Motorlok (Diesellok) oder Dampflok war in der Typbezeichnung nicht vorgesehen. (KDL = Kriegsdampflokomotive; KML = Kriegsmotorlokomotive; KEL = Kriegselektrolokomotive)
Weitere Info: www.heeresfeldbahn.de oder "Feldbahnen im Dritten Reich", EK-Verlag Freiburg (ISBN 9783882557367)


Schmalspurig durchs Reichsbahnland (Aktueller Zustand Frühjahr 2017) - Eine Ausstellungsanlage des MEC 01, gebaut von Dieter West und Volker Seidel - Foto: Volker Seidel, Münchberg
Schmalspurig durchs Reichsbahnland - Freitag 14 Uhr; es gibt frisches Bäckerbrot - Foto: Volker Seidel, MünchbergSchmalspurig durchs Reichsbahnland - Plan erfüllt, der rote Stern leuchtet - Foto: Volker Seidel, Münchberg
Schmalspurig durchs Reichsbahnland (Aktueller Zustand 6. April 2015) - Eine Ausstellungsanlage des MEC 01, gebaut von Dieter West und Volker Seidel - Foto: Volker Seidel, MEC 01 Münchberg

Impressionen...
Ganz oben: Aktueller Zustand (Frühjahr 2017) Bahnhof Havelburg Vorstadt
Freitag 14 Uhr; es gibt frisches Bäckerbrot und Plan erfüllt, der rote Stern leuchtet!
Ein Schweineschnäutzchen macht den "Lumpensammler" (Lightboxen: Bitte Bilder anklicken!)

 

Modernisierungen ...

Neue Lok: Die MVT 99 1401 wird probegefahren - Foto: Max Köhler, Ahornberg

Der Betrieb einer Ausstellungsanlage - auch wenn sie wie unsere SDR sehr kompakt ist - erfordert die Aufmerksamkeit ihrer Betreuer. Neben der Wartung und Pflege vorhandener Lokomotiven ist die Ersatzbeschaffung immer wieder ein Thema. Die seit 2008 eingesetzten Rocomaschinen der Reihe HF 110C sind nicht unbedingt für einen Dauerbetrieb geeignet und zeigen im Fahrwerk mittlerweile starke Abnutzungserscheinungen. Gleiches gilt für die Fahrmotoren (man sollte immer ein/zwei als Ersatz dabei haben)! Um einen sicheren Weiterbetrieb der mit Rocomotion volldigital gefahrenen Anlage sicherzustellen, wurde jetzt erheblich investiert. Alle Roco HF 110C (99 4652) haben je eine Ersatzlok erhalten. Diese wurden mit der neuesten Generation ESU LokSound ausgestattet. Um dem Vorbild noch etwas näher zu kommen, gibt es jetzt im Einsatzbestand auch die 99 1401 aus dem Hause Modellbau Veit. Erste Erfahrungen mit dem Hersteller aus Zwönitz in Sachsen wurden mit dem Gummidampfer (99 4052) gemacht. Eine Lok, deren Fahreigenschaften die Anschaffung der in der Prignitz eingesetzten 99 1401 aus dem gleichen Hause leicht machte. Die als Fertigmodell (mit ESU LokSound micro V4.0 ausgerüstet) beschaffte Lok drehte am Freitag, 29. Mai 2015 auf der SDR ihre ersten Runden. Die passende Zuggarnitur besteht aus Wagen der Lok-Schlosserei und von profi modell thyrow (pmt).

Neue Lok: Die MVT 99 1401 wird probegefahren - Foto: Max Köhler, Ahornberg

Unser 1. Vorsitzender Manfred Hösch und die beiden Betreuer Dieter West und Volker Seidel freuten sich über den Neuzugang. Nicht nur gewichtsmäßig ist die Lok ein richtiger Brocken!

 
Die Dampfmaschine des VEB Gartenzwerg "Walter Ulbricht" - Foto: Volker Seidel, Münchberg
Die Dampfmaschine des VEB Gartenzwerg "Walter Ulbricht" - Foto: Volker Seidel, Münchberg
Die Dampfmaschine des VEB Gartenzwerg "Walter Ulbricht" - Foto: Volker Seidel, Münchberg

Ende 2017 haben die Erbauer beschlossen, die SDR grundlegend zu sanieren! Im Rahmen der Umsetzung erhielt der VEB Gartenzwerg "Walter Ulbricht" eine Dampfmaschine zur Energieerzeugung. Das ehemalige Kesselhaus wurde dabei durch einen baugleichen Neubau mit kompletter Inneneinrichtung ersetzt. Die eingebaute - voll funktionsfähige - Dampfmaschine basiert auf einem Fallerbausatz. Sie wurde mit Faulhabermotoren ausgestattet: einer für das Schwungrad, ein zweiter für den Fliehkraftregler! Die Ansteuerung übernimmt ein ESU LokSound V4.0, der auch die notwendigen Geräsche - einer auf einen Kondensator arbeitenden Dampfmaschine - abgibt. Die Lichtsteuerung etc. wird durch einen weiteren Funktionsdecoder abgewickelt. Beide Decoder sind auf einer Lochrasterplatine aufgebaut und können für Programmierzwecke von der Anlage abgezogen werden. Der Schornstein ist jetzt betriebsfähig.

Neue Lkw: der IFA W 50 - des VEB Gartenzwerg "Walter Ulbricht" - Foto: Volker Seidel, Münchberg
Neue Weichen: Roco Weichen mit Uhlenbrock Digital-Servo 81 310 und Decoder 67 810 - Foto: Volker Seidel, Münchberg
Neue Weichen: Roco Weichen mit Uhlenbrock Digital-Servo 81 310 und Decoder 67 810 - Foto: Volker Seidel, Münchberg

Anläßlich der SDR Grundsanierung mussten fast alle Weichen erneuert werden. Bei zwei der fünf Weichen im Schattenbahnhof wurden nicht nur die kompletten Roco-Weichen ersetzt, auch die dort bisher verwendeten Doppelspulenantriebe wurden gegen motorische Antriebe von Conrad getauscht. Im Bahnhof Havelburg Vorstadt kamen dabei ebenfalls neue Roco-Weichen - die mit polarisiertem Herzstück versehen sind - zum Einbau. Als Antrieb fungieren jetzt Uhlenbrock Digital-Servos 81 310, die von einem Uhlenbrock Servodecoder 67 810 angesteuert werden. Der ursprünglich verbaute Weichendecoder Roco 10775 ist jetzt nur noch für die fünf motorischen Antriebe im Schattenbahnhof zuständig.
Der Uhlenbrock Servodecoder 67 810 konnte problemlos mit der Intellibox® II programmiert werden. Die Weichen im sichtbaren Bereich verfügen über die Adressen 21, 22 und 23. Ein Stellen der Weichen war mit den programmierten Adressen weder mit der multiMAUS noch mit Rocomotion erfolgreich. Erst als die Adressen um den Wert 4 verringert wurden, war ein Bedienen der Weichen durch die Roco-Artikel machbar. Im Klartext: Die Adresse der Weiche 21 ist 17! Gestellt wird sie aber mit der Eingabe 21 an der multiMAUS oder in Rocomotion!!! Mit der Intellibox® II wird die Weiche 21 mit der Adresse 17 mit Adresse 17 angesprochen! Darauf muss man erstmal kommen!

Was für die Weichen gilt, kann natürlich auch auf die Fahrzeuge der SDR übertragen werden. Immer wenn ein LKW oder Feuerwehrfahrzeug im Zubehöhrhandel gefunden wird, dass dem Vorbild besser entspricht, ist dies immer ein Grund für uns einen Austausch vorzunehmen. Im Rahmen der Generalsanierung wurde der IFA W 50 - des VEB Gartenzwerg "Walter Ulbricht" - neu aufgebaut (Bild ganz oben). Ein weiterer W 50 wurde durch einen Robur und ein Motorrad gegen ein DUO (Krankenfahrzeugfabrik Krause) getauscht. In nächster Zeit werden die Freileitungen zur Stromversorgung der Gebäde in eine andere Epoche versetzt und der Realität weiter angepasst. Dann folgen die Straßenlampen und die ...

 
 

Einen MEC 01 Film6 zur SDR finden Sie auch bei: YouTube.

 

Lückenfüller
 

Zuletzt war unserer Ausstellungsanlage "Schmalspurig durchs Reichsbahnland" am 9. und 10. November 2013 auf der Expo-Trains Luxembourg in Walferdange, vom 11. bis 13. September 2015 zur Modellbahnausstellung im städtischen Kulturzentrum (MOK) in Olsztyn, PL und zur Eurospoor vom 23. bis 25. Oktober 2015 in Utrecht, NL zu sehen. Vom 17. bis 19. Februar 2017 war die SDR auf der 13. Erlebnis Modellbahn in der Messe Dresden zu Gast.

 

 

Kleinbahngeschichten

Mit "Lunikoff" und "Graupenbauch" unterwegs ...

Schmalspurig durchs Reichsbahnland - Kleinbahngeschichten - Foto: Volker Seidel, MünchbergSicher wird sich der aufmerksame Modellbahnfreund fragen, weshalb es einen Lkw aus Thüringen in die Prignitz verschlägt? Die Antwort ist schnell gegeben. Im Nachbarort unserer Kleinstadt befindet sich in ehemals von einer Kampfgruppeneinheit genutzten Baracken das Kinderferienlager "Seid bereit" des HO-Kreisbetriebes Gräz, das für die kommenden Sommerferien neue Matratzen und neue Bettwäsche bekam. Fahrer Siegfried Schludrich, besser bekannt unter seinem Spitznamen "Lunikoff", der auf seine Vorliebe zu einem hochprozentigen Getränk zurückzuführen ist, und sein Beifahrer Hugo "Graupenbauch" Graupner hatten sich freiwillig zu dieser Tour gemeldet. Für Siegfried hatte diese Fahrt auch einen persönlichen Hintergrund. Er tauschte nicht nur selbst gedrechselte Räuchermänner bei Mitgliedern der Binnenfischer-Genossenschaft "Rotes Banner" gegen begehrten Räucherfisch ein, sondern er hatte auch mit Hannelore, der einheimischen Köchin im Kinderferienlager und Tochter des 2. Vorsitzenden der LPG Typ III "Druschba" ein heimliches Techtelmechtel.

Hugo und Siegfried spielten übrigens in ihrer Freizeit im berühmt/berüchtigten Tanz- und Schauorchester "Mefridos" am Bass und am Schlagzeug. Diese Band sorgte bei einer Jugendtanztee-Veranstaltung für Aufsehen, als sie zum Abschluss als Rausschmeißer das Lied "Rumbumbum, die Sachsen kumm, wieder einer Tod vom Konsumbrot" spielten und damit das Publikum im großen Saal des Kulturhauses der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft zum Toben brachten. Vom Leiter der Abteilung Kultur beim Rat des Kreises wurde daraufhin der Kapelle eine Rüge erteilt.

Neben der Ladung für das Kinderferienlager hatten sie ein Dutzend selbstgedrechselte Räuchermänner, zwanzig Kästen "Schlosspils", zwei Kartons mit Büstenhaltern und Damenschlüpfern aus einer Zellenrodaer Trikotagenfabrik, sowie drei Schubkarren aus der Konsumgüterproduktion eines Zulieferbetriebes für den VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau geladen. Diese Artikel wurden auf bewährte Art und Weise gegen 28 Kisten a' 25 Stück der in Thüringen sehr beliebten Gartenzwerge eingetauscht. Selbige waren 2. Qualität und für den Export nicht geeignet. Aber das spielte keine große Rolle, denn mit etwas Nitrofarbe konnten die Fehler kaschiert werden. Auf der Rückfahrt wurde nochmals bei Gera ein Großhandelslager für Kfz-Ersatzteile angefahren. Dort wechselten für zwei Kisten Gartenzwerge ein Trabant-Auspuff, Hugo konnte ja nie wissen, ob und wann man ihn zu etwas braucht, und ein linker Außenspiegel für Lunikoff's 311er Wartburg die Besitzer.

Zeitzeuge: Kurt H. aus G. (Volkskorrespondent der Volkswacht, Gräz)
Kleinbahngeschichten zum
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Der "Doppeldecker"!

Schmalspurig durchs Reichsbahnland - Kleinbahngeschichten II - Foto: Volker Seidel, MünchbergEs ist sicher keine Besonderheit, wenn ein Lkw der Sowjetarmee durch ein Dorf in der Prignitz fährt. Der hier zu sehende ZIL-157 ist auf dem Weg aus der Garnisionsstadt Prunzlau zu dem nahe unseres Städtchens gelegenen Truppenübungspatz. Dort wird ein grossangelegtes Manöver des Warschauer Paktes vorbereitet. Um eine grösstmögliche Geheimhaltung der daran beteiligten Einheiten zu erreichen, hat man an allen Fahrzeugen die taktischen Kennzeichen und Nummernschilder überpinselt. Auf unserem ZIL-157 sitzen die Stabsoffiziere des aus den Weiten des Thüringer Beckens in die Prignitz verlegten Gardepanzerregimentes "Pawel Kortschagin" unter dem Befehl von Oberst Wladimir Ruspatin, den hinter vorgehaltener Hand seine Untergebenen nur "Rasputin" nennen.

Am Steuer sitzt der Gefreite Grigori Kassanassow, der vor seinem Wehrdienst Pförtner an einer Fliegerschule war. Da er sich auch als Agitator in der dritten Kompanie des zweiten Bataillons obigen Regimentes betätigt, besitzt er das besondere Vertrauen seines Kommandanten. Oberst Ruspatin war bei seiner ersten Fahrt nach Prunzlau unterwegs an der Konsum-Gaststätte "Grüne Eiche", im Volksmund nur "Ast" genannt, vorbeigefahren. Im Prunzlauer Stab hatte man ihm diese Gastwirtschaft wärmstens empfohlen. Deshalb beabsichtigt er, dort mit seinen Offizieren einzukehren, um sie für das bevorstehende Manöver zu motivieren.

Der "Ast" wird von Gustav Fulanski, einem Umsiedler aus Ostpreussen, gemeinsam mit seiner Frau und Köchin Frida bewirtschaftet. Die Einheimischen nennen ihn nur Russen-Gustav, weil sich im Vereinszimmer seiner Gaststätte mitunter Offiziere aus der sowjetischen Garnission von Prunzlau zu geselligen Abenden treffen. Gustav's Sohn Rudi ist Eisenbahner. Er arbeitet als Streckenläufer bei der Bahnmeisterei Havelburg und ist auch auf unserer Schmalspurbahn einmal in der Woche unterwegs. Seit er vor einigen Jahren Hilde und Helga aus Berlin jeweils zu Zwillingen verholfen hat, ist er als "Doppeldecker" bekannt. Die beiden Freundinnen waren für eine Woche zur Sommerfrische nach Klöwe gekommen und badeten während dieser Zeit häufig nackt in einem nahe der Gleise gelegenen See, was von Rudi nicht unbemerkt blieb. Ab und zu fährt er heute noch nach Berlin. So etwas bleibt in einer Kleinstadt natürlich nicht verborgen. Nach dem Grund seiner Reisen gefragt, antwortet er immer, er fahre nur nach Berlin, um dort im Hortex-Laden ungarische Salami und Letscho für seinen Vater zu kaufen.

Zeitzeuge: Kurt H. aus G. (Volkskorrespondent der Volkswacht, Gräz)
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Starschina Kossonossow

Schmalspurig durchs Reichsbahnland - Kleinbahngeschichten - Foto: Volker Seidel, MünchbergGrigori Kossonossow war Starschina (Stabsfeldwebel) auf einem benachbarten Fliegerhorst der Sowjetarmee in den weiten märkischen Wäldern bei Prunzlau. Auf seinen Fahrten in die übergeordnete Fliegerdivission legte er gern einen Zwischenhalt in Havelburg ein. Zuerst ging es zur ortsansässigen Feinbäckerei Krause, wo hinten herum ein Kanister mit Benzin gegen eine Buttercremetorte für die Frau von Kossonossows Vorgesetzten, dem Hauptmann Wolkow, und drei Vierpfundbrote für den Eigenbedarf den Besitzer wechselten. Anschliessend besuchte er die Konsum-Gaststätte "Einigkeit", deren alter Name "Reichskanzler" noch deutlich an der Giebelseite zu sehen war. Er war ein gern gesehener Gast, tauschte er doch immer mehrere 20-Literkanister mit Benzin gegen hochprozentige Spiritousen und Filterzigaretten ein. Dafür bekam er noch ein oppulentes Abendbrot serviert. Sein Fahrer, der Gefreite Jermilkin, freute sich auch auf diesen Stop, gab es doch für ihn ein Jägerschnitzel mit Bratkartoffeln und Gurkensalat von der mit einem tiefen Ausschnitt ausgestatteten Serviererin Gerdi serviert. Alles zum Wohle der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft.

Im Dorf kursierte eine Geschichte, die wohl von Kossonossow öfters zu vorgerückter Stunde in der "Einigkeit", zu der alle Dorfbewohner noch "Reichskanzler" sagten, erzählt worden sein soll. Demzufolge war auf dem Flugplatz eine von der Weide der LPG "Druschba" ausgebüxte Kuh in den Flugzeugpropeller einer Antonow An-2 geraten. Ritsch, ratsch, weg war sie - so sein Kommentar dazu. Die Bauern hörten dieser Geschichte immer etwas finster zu und der Parteisekretär verliess die Gaststube, sobald Kossonossow damit begann.

Der Gefreite Jermelkin holte mit seinem Ural ab und an auf dem Kleinbahnbahnhof für die Garnission angelieferten Brikett ab, die von Soldaten per Hand umgeladen wurden. Tags drauf kam mitunter noch ein Waggon mit Weisskrautköpfen an, die ebenfalls per Hand ihren Weg auf den noch vom Brikettransport gezeichneten Lkw fanden. Auf der jeweiligen Ladung sitzend, fuhren dann die Soldaten zurück in ihre Kaserne. Vor der Abfahrt bekamen sie stets von der Bäckersfrau ein Päckchen mit Kuchen vom Vortag zugesteckt, welches sie umgehend unter sich aufteilten.

Zeitzeuge: Kurt H. aus G. (Volkskorrespondent der Volkswacht, Gräz)
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Beschreibungen:

"Schmalspurig durchs Reichsbahnland" zum Herunterladen  761 kB

"À voie étroite à travers le pays de la Reichsbahn" à le télécharger  618 kB

"Na wąskich torach przez Reichsbahnland" do ściąganięcia  633 kB

"By narrow gauge railway through the Reichsbahn country" for download  802 kB

 

Letzte Überarbeitung 14.08.2018
Text und © Volker Seidel - MEC 01 Münchberg e.V.
Texte Kleinbahngeschichten: Kurt H. aus G. (Volkskorrespondent der Volkswacht, Gräz)
Bilder: Volker Seidel (22), Max Köhler (2), Film: Christian Köhler und Volker Seidel
(6 Im Automatikbetrieb entfällt das Pfeifen, da Rocomotion diese Funktion nicht ausführt!)


Ihr Ansprechpartner: MEC 01 Münchberg e.V.
Kirchenlamitzer Straße 75
95213 Münchberg
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